Akten, Untergrund und Lose - der Fall NSU
Wir werden Zeuge eines Schauspiels, welches unwürdiger nicht sein kann. Seit dem Jahr 2000 war die NSU (Nationalsozialistischer Untergrund) aus Zwickau in Deutschland aktiv. Zugeschrieben werden der Gruppe Morde, bewaffnete Überfälle und ein Nagelbomben-Attentat. Zur Zeit geht man in Deutschland immer noch von drei Mitgliedern aus, die Zahl der Unterstützer ist weiterhin unklar. Während man sehr schnell damit war, die Opfer selbst zu Tätern zu machen, gerieten die Ermittlungen und die Prozessvorbereitungen in Teilen zur Farce. So konnten Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe relativ unbehelligt agieren, bis sie ihrem Treiben offenbar selbst ein Ende setzten. Das es soweit kommen konnte, lag wohl auch an den Fragen, die gestellt wurden und diese belegen das eigentliche Problem in unserer Gesellschaft.


das dokumentartheater berlin hält die Erinnerung wach. Siebenundzwanzig Jahre nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl wurde mit einer Doppelvorstellung am 27. April 2013 um 15.00 h und um 19.00 h an das Geschehen erinnert.
Das Schöne an der Moral ist, dass sie sich stetig wandelt. Auch sie ist dem steten Wandel unterworfen - noch besser: Jede/r verfügt über eine eigene Auffassung davon, der er/sie mehr oder weniger sogar entspricht. Die Moral hängen wir hoch, höher noch als die süßesten Früchte und entsprechend verehren und fordern wir sie ein. Nun hat einer gegen moralische Grundsätze verstoßen und da er selbst einem moralischen Anspruch als Vorbild zu genügen hat, steht er in der Kritik. Rainer Brüderle, FDP-Urgestein, dauerfeixender Talk-Show-Gast und Rösler-Gegenspieler, soll sich anzüglich geäußert haben - einer Journalistin gegenüber, in einem wohl leicht angetrunkenen Zustand.
Im in wenigen Stunden vergangenen Jahr lief der »historische« Mehrteiler »Die Wanderhure« im Fernsehen. Ich habe ihn mir nicht angesehen. Auch heute zieht es die Damen des horizontalen Gewerbes kreuz und quer durch die Republik, damit ihrer Klientel nicht langweilig wird. Ich nehme ihre Dienste nicht in Anspruch. Eine andere Personengruppe zieht ebenfalls durch die Lande, um ihre Klientel zu erfreuen und lässt sich dafür königlich honorieren - in Form von Nebeneinkünften, also so ähnlich wie die Damen, die man salopp als Hobbyhure bezeichnet. Gemeint sind die, die wir mit - jedenfalls meint das Peer Steinbrück - zu geringem Salär abspeisen und denen darum wohl nichts anderes übrig bleibt, als auf diversen Veranstaltungen bekannter Lobbyisten zu deren Erbauung und als Maskottchen in die Bütt zu steigen.
Die Presse windet sich im Todesk(r)ampf, um es plakativ auszudrücken. Ob die Frankfurter Rundschau eine Zukunft hat, vermag noch niemand zu sagen. Das die FTD keine hat, ist Gewissheit und ob der Freitag die ihm bevorstehende Rosskur überlebt, wird sich zeigen. Nun wurden auch in der Vergangenheit immer wieder Magazine und Zeitungen eingestellt, andere wurden gegründet. Findet ein Printtitel keine Konsumenten, keinen Markt, besitzt er keine Berechtigung. Auch er ist nur ein Produkt, so ungern dies manche auch wahrhaben wollen. Die eigentliche Krise ist aber eine Krise der Kultur.
»Auf den Busch klopfen« bezeichnet den Versuch, durch Behauptungen etwas herauszubekommen. Sarrazin tat es, Grass tat es und Buschkowsky als Bürgermeister Neuköllns folgte. Vorhersehbar war, welche Klientel er mit seinem neuen Buch aus dem Gebüsch treiben würde - den deutsch-nationalen Spießer, der sich endlich einmal wieder verstanden fühlt. Ob dies in der Absicht Buschkowskys lag, bleibt Spekulation. Das er sich aber, wie andere Populisten des Schönen und Ordentlichen auch, zum Stichwortgeber der Rechten macht, lässt sich kaum von der Hand weisen. Spätestens hier wird deutlich, wie verantwortungslos sein Versuch war, ein politisches Buch zu schreiben, welches im Grunde nichts weiter ist, als ein bieder-rechter Shitstorm.
520.792 - eine beeindruckende Zahl. Das sind die Strafen, die gegen Hartz4-Bezieher im ersten Halbjahr 2012 verhängt wurden. Allein 352.233 Strafen entfielen dabei auf Meldeversäumnisse. Allerdings stellt sich angesichts der Leistungen der Arbeitsagentur die Frage, warum sich Hartz4-Bezieher melden sollten. Aus Prinzip oder weil es »Good News« gibt? Die gibt es eher selten.